Galileo wird bei Pro7 als hochwissenschaftliches Wissensmagazin angepriesen. Abgesehen davon, dass sich das Programm mittlerweile auf das Essen von XXL- Fastfood von XXL-Typen beschränkt, genügen die Themen nicht wirklich den Ansprüchen einer Wissenschaftlichen Sendung.
Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, wann das letzten Mal physikalische (meinetwegen auch simple mechanische Zusammenhänge), chemische oder biologische Zusammenhänge in Beiträgen erklärt oder Thematisiert wurden. Stattdessen wird um die ganze Welt gereist um die „härtesten Jobs“ oder das „ekligste Essen“ zu finden. Das spricht schon für sich. Über die Themen lässt sich streiten. Über das Vorgehen jedoch nicht.
Bei einer Wissenschaftssendung sollte man wenigstens ein wenig Gehirnschmalz anwenden und diesen nicht mit allen Mitteln probieren zu meiden. Das simpelste wissenschaftliche Vorgehen ist nach vorhandenen Ergebnissen zu suchen (man muss das Rad nicht jedes Mal neu erfinden) oder probieren ähnliche Ergebnisse auf das aktuelle Problem zu transferieren. Man kann nicht jeden wilden Gedanken dem einen durch den Kopf kommt probieren durch ein Versuch zu beweisen. Dachte ich.
Galileo bewies mir das Gegenteil.
Mein Paradebeispiel: Galileo möchte testen ob es möglich ist wie Dagobert Duck in Geld zu schwimmen. Für Galileo kein Problem. Man nehme ein Schwimbecken voll mit Schokomünzen und eine vollbusige Blondine in einem knappen Bikini. Diese testet nun durch Brustschwimmen ob es klappt. Ein verblüffendes Ergebnis. Es funktioniert nicht. Aber Galileo wär nicht Galileo, wenn sie nicht noch einen Ass im Ärmel hätten. Wenn Brustschwimmen nicht klappt, dann muss es mit Rückenschwimmen funktionieren. Nach Galileo eine rein logische Maßnahme. Meiner Meinung nach sollte die Oberweite ein wenig besser zur Geltung kommen. Wer meint das Galileo nach dem Scheitern jetzt fertig wär, der irrt. Wenn es mit Schokomünzen nicht klappt, dann machen wir genau dasselbe nochmal mit Papier. In Geldscheinen scheint es vielleicht möglich sein.
Man möchte meinen, dass das ein Einzelfall sei. Aber dann möchte man mir erklären, warum teilweise dreimal die Woche Saunatests durchgeführt werden. Meiner Meinung nach wird dadurch realisiert unter dem Deckmantel der Wissenschaft nackte Brüste bereits vor 20:00 Uhr zu zeigen. Ich schließe mich gerne dem Zitat von Stupedia an: „Früher wurde in Galileo gezeigt, wie ein Kühlschrank funktioniert, heute wird gezeigt, wie man einen kauft (bzw. finanziert) und danach wird eine Blondine hineingesetzt, um in einem ‘Experiment’ zu testen, wie kalt er ist.“
Das schlimmste an Galileo ist meiner Meinung nach jedoch, dass Galileo sich als Wissensmagazin ausgibt und dabei ein absolut falsches Verständnis von Wissenschaft vermittelt und teilweise UNWAHRHEITEN vermittelt. Zum großen Bedauern nimmt ein Großteil der Menschheit jegliche Aussage bedingungslos als Wahrheit an.
V. Dick